Was ist meine Pokémon-Karte wert? Den Preis Schritt für Schritt prüfen
Zwei Karten mit demselben Pokémon können sich im Preis um das Hundertfache unterscheiden. Entscheidend ist nicht die Figur, sondern genau welche Ausgabe es ist, in welchem Zustand und zu welchem Preis sie wirklich verkauft wird. So prüfst du das.
Kartennummer und Set finden
In der unteren Ecke der Karte steht eine Nummer im Format 223/197 – die Kartennummer und die Anzahl der Karten im Set. Daneben ist das Set-Symbol (bei modernen Karten auch ein Kürzel, z. B. OBF für Obsidian Flames). Ist die Nummer größer als die Kartenanzahl im Set (z. B. 223/197), handelt es sich meist um eine „Secret Rare“ – oft die teuerste Karte des Sets.
Dieselbe Figur taucht in Dutzenden Sets auf, deshalb reicht der Name nicht – such immer nach Name + Nummer + Set. Bei Promokarten findest du statt „x/y“ eine Kennzeichnung der Promo-Serie (z. B. „SVP“ mit Nummer) – dann suchst du danach.
Die genaue Version bestimmen
An dieser Stelle passieren die meisten Fehler – und die teuersten:
- Holo, Reverse Holo, normal – dieselbe Karte hat in verschiedenen Ausführungen unterschiedliche Preise.
- 1st Edition und Shadowless – in den Sets aus der Wizards-of-the-Coast-Ära (1999–2002) kann das „Edition 1“-Symbol, im Base Set auch der fehlende Schatten am Bildrahmen (Shadowless), den Preis vervielfachen. Details: 1st Edition und Shadowless erkennen.
- Stempel – Prerelease, Staff oder ein Set-Logo auf Promokarten sind eigene Ausgaben mit eigenem Preis.
- Rahmen – in Jubiläumskollektionen gibt es dieselbe Karte z. B. mit goldenem und silbernem Rahmen, und der Preisunterschied kann ein Mehrfaches betragen.
- Sprache – deutsche, englische, japanische oder koreanische Ausgaben sind eigene Karten mit eigenen Preisen.
Den Zustand der Karte bewerten
Marktpreise gelten meist für den Zustand Near Mint (NM) – die Karte ist wie frisch aus dem Booster, ohne sichtbare Spuren. Schlechtere Zustände sind der Reihe nach LP (Lightly Played), MP (Moderately Played), HP (Heavily Played) und DMG (beschädigt). Jede Stufe senkt den Preis. Sieh dir die Karte bei gutem Licht und schräg an, auch Rückseite und Ecken. Mehr dazu: Kartenzustand NM, LP, MP, HP und DMG.
Den Preis prüfen – Verkaufspreis, nicht Angebotspreis
Die wichtigsten Preisquellen:
- Cardmarket – der größte Kartenmarkt in Europa, Preise in Euro. Achte auf den Preistrend und den 30-Tage-Durchschnitt, nicht auf das teuerste Angebot.
- TCGplayer – der US-Markt, Preise in Dollar; der „Market Price“ wird aus echten Verkäufen berechnet.
- Verkaufte eBay-Auktionen – gut für seltene und gegradete Karten; filtere nach „verkauft“, nicht nach „aktiv“.
Vorsicht bei einzelnen Angeboten mit Mondpreis – nur weil jemand eine Karte zum Beispiel für 2.500 € einstellt, kauft sie noch lange niemand zu diesem Preis. Dollarpreise rechnest du zum aktuellen Kurs in Euro um. Beide Märkte im Vergleich: Cardmarket oder TCGplayer.
Die häufigsten Fehler bei der Bewertung
- Nur nach dem Namen suchen. „Glurak“ bzw. „Charizard“ sind Hunderte verschiedene Karten – von wenigen Euro bis zu Beträgen im Tausenderbereich. Gleiche immer Nummer und Set ab.
- Die Version übersehen. Reverse Holo, ein anderer Rahmen oder ein Stempel ändern den Preis. Vergleiche das Datenbankbild Detail für Detail mit der Karte in deiner Hand.
- Angebotspreis statt Verkaufspreis. Das teuerste Angebot in der Liste ist ein Wunsch des Verkäufers, kein Marktwert.
- Den Zustand ignorieren. Der Preis auf der Plattform gilt meist für Near Mint. Eine Karte mit weißen Kanten oder einem Kratzer im Holo verkauft sich deutlich günstiger.
- Veralteter Kurs und alte Daten. Preise neuer Sets können sich innerhalb weniger Tage ändern – schau auf den Trend, nicht auf den Preis von vor einem Monat.
- Jede schöne Karte graden. Eine PSA 10 kann den Preis vervielfachen, aber nur bei perfekt zentrierten Karten ohne Kratzer und Knicke – und nur, wenn der Preisunterschied die Kosten für Grading und Versand deutlich übersteigt. Mehr dazu: PSA-Grading – lohnt sich das?
- Sprachausgaben verwechseln. Eine japanische und eine englische Karte sind zwei verschiedene Karten mit eigenen Preisen – prüf die Sprache auf der Karte, bevor du Preise vergleichst.
Wie du den Verkaufspreis festlegst
Wenn du den Marktwert kennst, bleibt die Entscheidung, zu welchem Preis du verkaufst. Verkaufst du selbst (z. B. auf Cardmarket), schau auf die günstigsten Angebote im gleichen Zustand und in der gleichen Sprache und darauf, wie schnell die Karte weggeht – bei seltenen Karten kannst du auf einen Käufer warten, bei gängigen zählt ein konkurrenzfähiger Preis. Verkaufst du an einen Laden, rechne damit, dass der Ankauf unter dem Marktpreis liegt: Der Laden trägt Risiko, Verkaufsdauer und Gebühren. Mehr dazu: Pokémon-Karten verkaufen.
Schneller: alle Schritte in wenigen Sekunden
Bei einer Karte dauern diese Schritte ein paar Minuten. Bei einem ganzen Ordner eines Kunden oder im Stream wird daraus schnell eine Stunde. RipWorth macht das automatisch: Es erkennt die Karte vom Foto oder von der Kamera samt Version (Rahmen, Stempel, EN/JP-Ausgabe), zeigt die Preise von TCGplayer und Cardmarket umgerechnet in deine Hauptwährung (Cardmarket für Pokémon EN, One Piece, Magic und Yu-Gi-Oh!), schätzt den Preis für den gewählten Zustand und bewertet, ob sich Grading lohnt.
Häufige Fragen
Wo kann ich den Wert einer Pokémon-Karte prüfen?
Am häufigsten bei Cardmarket (größter Markt in Europa, Preise in Euro) und TCGplayer (US-Markt, Preise in Dollar). Für gegradete Karten bei verkauften eBay-Auktionen und PriceCharting. Dollarpreise rechnest du zum aktuellen Kurs in Euro um.
Ist der Preis eines Angebots der Wert der Karte?
Nicht immer. Ein einzelnes Angebot kann überhöht sein. Verlässlicher sind Transaktionspreise: Preistrend und 30-Tage-Durchschnitt bei Cardmarket, „Market Price“ bei TCGplayer oder verkaufte eBay-Auktionen.
Was ist eine japanische Pokémon-Karte wert?
Die japanische Version ist eine eigene Karte mit eigenem Preis – oft günstiger, bei manchen Promos und Illustrationen aber teurer als die englische. Prüf immer den Preis der konkreten Ausgabe.
Lohnt es sich, eine Karte graden zu lassen?
Meist nur, wenn der Unterschied zwischen dem Preis der ungegradeten Karte und dem Preis einer PSA 9 oder 10 deutlich größer ist als die Kosten für Grading und Versand – und die Karte gut zentriert ist, ohne Kratzer und Knicke.
Siehe auch
Spiel- und Dienstnamen sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber. Dieser Ratgeber dient nur zur Information; Kartenpreise ändern sich täglich.